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Fliegenschnüre spleißen
Habt ihr euch schon immer gefragt wie
man beispielsweise Schusskopf und Running - Line fest und haltbar miteinander
verbinden kann oder sich seine Loops einfach selber herstellen kann? Seien wir
doch mal ganz ehrlich, die im Handel erhältlichen Loops im Selbstbausatz, 2 - 3 Stück
für 15 DM, sind erstens sehr teuer und taugen maximal zum Forellenfischen. Die
Haltbarkeit lässt wie gesagt oft zu wünschen übrig. Ich nutze für meine
Schnurverbindungen und Loops eine Eigenschaft, die fast alle Fliegenschnüre
besitzen. Denn ca. 90% aller
Schnüre werden mit einer Seele aus hohlgeflochtenem Material hergestellt.
Die Tragkraft dieser Seele, ist gleichzusetzen mit der Tragkraft der Fliegenschur. Stellt man
seine Loops und Verbindungen aus eben dieser Seele her, ohne sie zu beschädigen versteht
sich, hat man durchgängig die gesamte Tragkraft der Schnur zum Fang kapitaler
Fische zur Verfügung. Gerade beim Lachsfischen ein nicht zu verachtender
Vorteil. Oder stellt euch folgende Situation vor : Abenddämmerung am Lachsfluss,
der Fluss hat die ideale Wasserführung, dass Wasser richt geradezu nach Fisch,
die Spannung steigt, doch da - was ist das? Bei der Kontrolle des Vorfaches habe
ich festgestellt, dass mein Loop gerade im Begriff ist sich aufzulösen. Was nun?
Ersatz habe ich natürlich nicht dabei. Die Gerätehändler haben längst
geschlossen und wären auch kilometerweit entfernt. Eine schreckliches Szenario.
In der geschilderten Situation hätte ich natürlich keine Probleme, da ich das
Zubehör zum Herstellen neuer Loops immer dabei habe. Man benötigt
nicht viel, dadurch ist der so oft knapp bemessene Platz in Jacke oder Rucksack kein
Thema.
| Was benötigt man nun an Zubehör: | ||
| - Einen Nadelhalter | - Verschiedene Nähnadeln | - Eine Stopfnadel |
| - Sekundenkleber* | - Einen Fadeneinfädler | - Eine Rasierklinge |
| - Etwas 30er Vorfachmaterial | * Sekundenkleber muss möglicht flexibel sein | |
Ich hoffe das ich euch in kürze ein kleines Set zum Spleißen von Schnüren anbieten kann. Etwas Geduld bitte. Die Nadelhalter kann ich jetzt schon liefern. Bitte kurze Mail an mich.
Nachfolgend stelle ich euch die wichtigsten
Verbindungen vor.
Um einen Loop zum Einschlaufen des Vorfachs herzustellen, muss zuerst einmal der Mandel der Fliegenschnur entfernt werden. |
Hierzu benötigt man ca. 30 cm 30er Monofil. Man
legt sich 2 Schlaufen wie in Abbildung 2 und 3. Wichtig ist, dass die
rechte Schlaufe vor die linke Schlaufe gelegt wird. |
Nun schiebt man die übereinander liegenden Schlaufen über die Fliegenschnur und zieht sie zu. |
Jetzt kann man das Monofil wie auf der Abbildung zu sehen, fest herunterziehen. Die Seele der Schnur müsste nun freigelegt sein. Sollten sich noch Rückstände des Mantels auf der Schnur befinden, kann man diese mit dem Fingernagel entfernen oder wiederholt den Vorgang mit dem Monofil. |
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Jetzt wird ca. 1 cm der Seele mit Hilfe einer Nadel ausgefasert. Danach schneidet man mit der Rasierklinge ca. 50% der Fasern ab. Diese Maßnahme erleichtert das spätere Durchziehen der Seele. |
Nun
schiebt man die Nadel vorsichtig in den Hohlraum der Seele. Nach ca. 2 cm
drückt man die Nadel wieder nach außen durch den Mantel hindurch. Die
Nadel sollte nicht zu spitz sein, da man sonst zu leicht vorzeitig wieder
durch das Geflecht stößt. |
Nun wird der Nadelhalter entfernt und das ausgefaserte Geflecht in das Nadelöhr eingefädelt. Man kann sich hier sehr gut der Hilfe des Einfädlers bedienen. |
Der
Nadelhalter wird wieder aufgesetzt. Jetzt wird das Ende durch die Seele
gezogen. Je nach Schur geht das zum Teil sehr schwer. Leichtes drehen der
Nadel erleichtert diese Vorgang. Kurz bevor man das Öhr der Nadel
herauszieht muss man aufpassen, dass man durch den Ruck, der durch das
herausziehen entstehen kann, die Öse nicht sofort zuzieht. Ab besten
steckt man vorher eine zweite Nadel durch die Öse. |
Sollte ihr die Nadel nicht im vorherigen
Arbeitsgang durch die Öse gesteckt haben müsst ihr das spätestens jetzt
tun. |
Man gibt nun einen Tropfen Sekundenkleber auf die Austrittsstelle der Seele am Mantel. Sowie der Sekundenkleber ins Spiel kommt muss schnell gearbeitet werden. Man hat wirklich nicht viel Zeit. |
![]() Jetzt zieht man die Seele mit Hilfe der Nadel ein Stück zurück. Im gleichen Moment streicht man mit den Fingern von der neu entstandenen Öse her, die durch das Durchziehen aufgestauchte Seele, wieder glatt. Der Sekundenkleber ist nun durch das Ziehen und Glattstreichen in das innere Seele gelangt und hat alles fest miteinander verklebt. Die Verbindung hält übrigens auch ohne Kleber. Aber sicher ist sicher. |
Der überstehenden Rest Seele wird nun mit der Rasierklinge direkt am Mantel abgeschnitten. Fertig ist der Loop. Je nach Geschmack kann die Größe der Öse variiert werden. |
| Dieser Loop kann universell
eingesetzt werden. Die Größe der Öse kann beliebig verändert
werden. Nach etwas Übung sollten die beschriebenen Arbeitsgänge flott
von der Hand gehen. Mit dieser Technik kann man sich übrigens auch große Schlaufen ins Backing machen, so lassen sich auch aufgerollte Fliegenschnüre einschlaufen. |
Zuerst
wird die Nadel in das zu verbindende Ende der Fliegenschnur einführt
(z.B. Schusskopf). Es muss darauf geachtet werden, dass man sich mit der
Nadel im Hohlraum des Seele befindet. Nach ca. 3 cm drückt man die Nadel
durch den Mantel nach außen. |
Man
bereitet nun die einzuzieghende Schnur (z.B. Running - Line) vor. Die dazu
benötigten Arbeitsschritte entnehmt bitte dem Kapitel "Herstellung
eines Loops". Das ausgefaserte Ende wird ins Nadelöhr eingefädelt
und der Nadelhalter wird wieder aufgesetzt. |
Jetzt
wird die freigelegte Seele durch das andere Schnurende gezogen bis das
Nadelöhr aus dem Mantel austritt. |
Die
verbleibende Seele wird mit Sekundenkleber eingestrichen. Mit den Fingern
oder einer Zange wird die Seele nun ebenfalls in die andere Schnur
gezogen. Wird eine dünnere Schnur eingezogen, kann man diese noch etwas
mit einziehen. Gleichstarke Schnüre lässt man einfach stumpf
gegeneinander stoßen. |
Die überschüssige Seele wird nun wieder mit der Rasierklinge direkt am Mantel abgeschnitten. |
Zum Schluss gibt man noch etwas Sekundenkleber auf die Austrittsstelle der Seele am Mantel.
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| Mit der beschriebenen Methode kann man die unterschiedlichsten Fliegenschnüre miteinander verbinden. |
Solltet ihr noch Fragen haben, schreibt mir einfach eine Mail.
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Andy Krüger