Meerforellenfischen Küste
Auf dieser Seite möchte ich über das
Meerforellenfischen an der Küste berichten. Da ich mich ganz bestimmt nicht zu
den Profis zähle, möchte ich hier lediglich Erfahrungen schildern und
eventuell interessierten Neulingen Tipps und Anregungen mit auf den Weg geben.
Denn gerade als Anfänger muss man in diesem Gebiet der Fliegenfischerei viel
Lehrgeld zahlen, wenn man falsch an die Sache herangeht.
Grundsätzlich muss man zwei Gruppen von Fliegenfischern unterscheiden, die eine Gruppe lebt unmittelbar an der Küste (Ihr Glücklichen) und die andere Gruppe sind Fliegenfischer aus dem Binnenland (gehöre ich auch zu). Die zuerst genannte Gruppe hat die Möglichkeit viel Zeit am Wasser zu verbringen, z.B. nach Feierabend schnell noch zum Strand und je nach Lust und Laune der Meerforelle nachstellen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass sie zwangsläufig einen besseren Kontakt untereinander haben und sich Informationen besser herumsprechen. Die letztgenannte Gruppe hat das Problem, dass die Zeit die man an der Küste verbringen kann begrenzt ist und jeder Aufenthalt mehr oder weniger geplant werden muss (Unterkunft, Urlaub, Familie usw.). Man muss folglich gut vorbereitet und ausgerüstet starten, um die verbleibende Zeit optimal zu nutzen.
Um erfolgreich auf die Meerforelle fischen zu
können, sollte man sich zuerst mit der Biologie des Fisches vertraut machen. Sicherlich
muss man sich nicht das Fachwissen eines Biologen aneignen, die wichtigsten
Eckdaten helfen aber später die Verhaltensweisen des Fisches zu verstehen.
Zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren sich die Wissenschaftler über die
systematische Zugehörigkeit der Meerforelle noch nicht so recht einig. Fest
stand nur, dass es sich um einen Salmoniden, also einen nahen Verwandten des
Lachses handelt. Es wurde viel spekuliert
und lange versuchte man eine
Abgrenzung zwischen der Bachforelle (Salmo trutta f. fario), der Seeforelle (Salmo trutta f.
custris) und der Meerforelle festzustellen. Die heutigen
Wissenschaftler sind jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich hier nicht
um drei Arten, sondern um ein und die gleiche Art mit verschiedenen Standortformen
handelt. Im Laufe der Entwicklung hat sich die Meerforelle vielmehr die
anadrome Lebensweise (im Meer leben / im Süßwasser Meerforellelaichen) angeeignet. Das bedeutet, dass sich die
geschlechtsreifen Meerforellen aus dem Meer aufmachen, um in Flüssen und Bächen
aufzusteigen, bis sie ihren Geburtsbach erreicht haben um dort zu
Laichen. Die
Zeit des Aufstiegs zieht sich, bedingt durch die zurückzulegende Entfernung und
dem Wasserstand der Flüsse/Bäche, von Ende Juni bis in den November hinein. Das
Laichgeschäft erfolgt meistens im Zeitraum November bis Januar, hierbei spielt
die Wassertemperatur bzw. der Wasserstand eine wichtige Rolle. Laichwillige Fische
erkennt man sehr gut an der einsetzenden Laichfärbung. Nach erfolgtem
Laichgeschäft erleben ein Großteil der Meerforellen, im Gegensatz zu den
Lachsen, dass sogenannte "Healing". Das bedeutet, die Meerforelle
erholt sich von dem anstrengenden Aufstieg bei dem sie kaum bzw. keine Nahrung
aufnimmt. Die Fische haben zu dieser Zeit deutlich an Gewicht verloren und
versuchen den Geweichtsverlust schnellst möglich
auszugleichen. Sie strebt
jetzt wieder Richtung Meer und kehrt sofort oder erst im Frühjahr, je nach
Wassertemperatur, an ihren reich gedeckten Tisch zurück. So, jetzt noch ein
Appell an alle Sportfischer der mir wirklich am Herzen liegt, Fische die
gefärbt sind oder sich noch nicht wieder in einer Top - Verfassung befinden,
werden äußerst schonend behandelt und zurückgesetzt.
Für den Fliegenfischer an der Küste heißt das allerdings nicht, dass sich
beispielsweise im November nur kleine nicht geschlechtsreife Fische im Meer
befinden. Die Natur hat es nämlich so eingerichtet, das immer einige
geschlechtsreife Fische im Meer verbleiben. Diese Fische nennt man
"Übersteiger". Sie lassen eine oder mehrere Laichperioden aus und
bleiben vermutlich als "natürliche Reserve" im Meer.
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Kritisch wird es für die Meerforelle, für den
Fliegenfischer natürlich auch, wenn die Temperaturen in der Ostsee unter 5°C
sinken und zudem noch ein hoher Salzgehalt (Salinität) vorherrscht. Die Fische
müssen dann unbedingt in "süßeres" Wasser, dass heißt sie begeben sich
in Fjorde, Fluss-, Bachmündungen oder in Bereichen wo sich Süßwasser nah der
Küste sammelt oder ziehen in tieferes und somit wärmeres Wasser. Die Meerforellen würden sonst ihr körpereigenes Süßwasser an das
Meer abgeben und mit Salzwasser wieder ausgleichen. Dieser Wasseraustausch bedeutet für den Fisch den sicheren Tod. An diesem Beispiel
sieht man auch, dass die Meerforelle kein "echter" Salzwasserfisch
ist, sondern lediglich eine Bachforelle, die sich zu fressen im Meer aufhält.
So richtig auf Touren kommt der Stoffwechsel der Meerforelle, wenn das Wasser eine Temperatur zwischen 5 - 15°C erreicht. Bei diesen Temperaturen spielt auch der Salzgehalt keine Rolle mehr. Im Hochsommer allerdings, wenn sich das Wasser teilweise auf über 20°C erwärmt, verzieht sich die Meerforelle in tiefes kühleres Wasser. Sie kommt nun nur noch des Nachts, wenn sich dass Wasser abgekühlt hat, an die Küste und somit in Wurfweite des Fliegenfischers.
Nachdem man sich die Grundlagen der Lebensweise der Meerforelle angeeignet hat, sollte man meinen man könne vorhersagen wo man die Fische antrifft. Das ist allerdings nicht immer möglich und fällt auch absoluten Profis zum Teil sehr schwer. Beachtet man aber die vorgenannten Fakten, wird man früher oder später mit der Meerforelle in Kontakt kommen. Das wichtigste beim Meerforellenfischen überhaupt ist, dass man an die Sache und das Tun glaubt. Ausdauer ist Grundvoraussetzung.
Die sogenannten "guten Strände" gib es
an der deutschen und dänischen Ostseeküste im wahrsten Sinne des Wortes wie
"Sand am Meer". So unterschiedlich diese Strände auch aussehen mögen,
haben sie alle eins gemein, sie bieten der Meerforelle Nahrung in Hülle und
Fülle. Nun ist es gerade für Anfänger oder auch für erfahrene Fischer in einer
neuen Umgebung schwierig und sehr zeitaufwendig, erst einmal das Leben im
Wasser zu analysieren bevor man mit dem Fischen beginnt. Es gibt allerdings
einige Indikatoren, an denen man schon vom weiten schließen kann, dass sich
hier eine nähre Erkundung lohnt. Ein sehr gut zu erkennender Indikator ist der
sogenannte Leopardengrund. Das Meer sieht an diesen Stellen, wie es der Name
schon sagt, gefleckt aus. Diese Musterung wird durch abwechselnde
Bodenbeschaffenheit wie z.B. Sandmulden, große Steine, Muschelbänken, Seetang
oder Seegras erzeugt. An diesen Stellen kann davon ausgegangen werden, dass
sich das ganze Jahr über jede Menge Nährtiere der Meerforelle aufhalten. Andere
Stellen wie Landzungen,
Steinriffe, reine Muschelbänke, Tangwälder,
Aalgraswiesen sind ebenfalls sehr gute Stellen.
Ein weiterer Indikator kann die Wassertiefe sein. In Wurfweite sollte man,
meiner Erfahrung nach, eine Wassertiefe von 1 - 3 m vorfinden. Ebenfalls
Positiv wirkt es sich aus, wenn das tiefe Wasser bis nah ans Ufer reicht, da
die Meerforelle aus dem tiefen Wasser (nahrungsarm) kommend, sich in den
seichten Abschnitten (nahrungsreich) auf die Jagt macht. Die Ausnahme bildet
hier das zeitige Frühjahr, wo an sonnigen Tagen große Flachwasserbereiche mit
dunklem Untergrund echte Hot Spots sein können. Hier erwärmt sich das Wasser
jetzt nämlich viel schneller als an Stellen mit tieferem Wasser. Als hilfreich
hat sich bisher immer erwiesen, wenn man sich Kartenmaterial mit Tiefenlinien
des zu befischenden Gebiets besorgt. Der Maßstab der Karten sollte nicht kleiner
als 1:100.000 sein.
Immer einen Versuch wert sind auch tiefe Rinnen, die sich teilweise zwischen
Sandbänken oder Muschelbänken bilden. Diese Stellen kann man sehr gut bei
auflandigem Wind erkennen. An den Stellen wo die Wellen durchlaufen und sich
nicht wie auf der Sandbank brechen, befinden sich diese Rinnen.
Ein weiterer Tipp sind Stellnetze, habt ihr allerdings nicht von mir.
Offiziell muss man in Dänemark, glaube ich zumindest, 50 m Abstand zu den
Stellnetzen einhalten. Auf der strömungsabgelegenen Seite der Netze halten sich
jedoch häufig Fische auf. Zu erklären ist dieser Umstand damit, dass das Netz wie ein Filter
wirkt und sich so allerlei Getier an
ihm festsetzt. Verfangen sich nun Fische im Netz oder wird das Netz durch die
Strömung bewegt, braucht die Forelle die kleinen Häppchen nur noch einsammeln.
(Also nah rann an die Stellnetze, aber passt auf die Fliegen auf, nicht das der
Fischer sie anschließend in den Händen hat.)
Da sich die Meerforelle häufig sehr nah
am Uferbereich aufhält, sollte man nicht sofort bis zur Halskrause hinauswaten,
sondern erst einmal fächerförmig den Uferbereich abfischen. Es sieht nichts
lustiger aus, als ein Angler der im Tiefen steht und hinter sich eine Schar von
Meerforellen hat.
Hat man das Ufer abgefischt, kann man, je nach Beschaffenheit des
Strandabschnittes, mit dem Hinauswaten beginnen. Es gibt nun verschiedene
Methoden den Strand systematisch abzufischen. Ich bevorzuge folgende, ein oder
zwei Würfe gerade hinaus, dann 4 - 5 m weitergehen usw.. Wenn ich weit
hinauswaten muss, fische ich
nach jedem 3. Stop die Fläche hinter mir mit einigen Würfen
fächerartig ab. Entdecke ich während des Fischens verheißungsvolle Stellen oder
fange ich gar einen Fisch, verweile ich einige Zeit an der besagten Stelle und
fische sie intensiv ab. Häufiger halten sich Meerforellen in kleineren Gruppen
auf und es ist durchaus möglich, dass man mehrere Fische an ein und der
gleichen Stelle fängt.
Nach dem Wurf kommt das Eigentliche, der Wurf muss gefischt werden.
Beim Fischen mit dem Streamer bevorzuge ich das langsame Einstrippen, in
gleichmäßigen 30 - 40 cm langen Zügen. Das langsame Fischen erzeugt ein gutes
Verhältnis zwischen der Zeit, in der sich die Fliege im Wasser befindet und der
Zeit, in der sie durch die Luft segelt. Meinen Erkenntnissen nach fängt sie
nämlich nur, wenn sie durchs Wasser schwimmt. Kleinere Muster, wie z.B.
Tangläufer oder Garnelen, zupfe ich in 5 - 10 cm langen Zügen durchs Wasser.
Sollte ich Fehlbisse bekommen, oder merken dass Fische da sind und nicht
beißen, variiere ich das Tempo und wechsele ggf. die Fliege. Auf die Fliegen
und das Gerät komme ich später noch einmal zurück. Wichtig beim Fischen ist die
Konzentration um jederzeit den Anhieb setzen zu können. Ich kann aus eigener
Erfahrung sprechen, dass das teilweise nach stunden- / tagelangem erfolglosem
Fischen sehr
schwer fallen kann. Der Anhieb sollte recht kräftig gesetzt
werden, um den Harken sicher bis über den Widerharken ins harte Forellenmaul zu
treiben. Eine Alternative die ich in letzter Zeit bevorzuge ist, den Harken
mit Hilfe der Fliegenschnur zu setzen. Dabei geht man wie folgt vor: Die Rute
befindet sich bei mir immer knapp über der Oberfläche, mit der Spitze in
Richtung Fliege zeigend. Beim Einsrippen zieht meine linke Hand nun die
Fliegenschnur in gleichmäßigen Zügen. Spürt man nun Widerstand, zieht man die
Schnur mit einem kurzen kräftigen Ruck durch die Ringe. Der Harken sitzt so
fast immer sicher im Maulwinkel.
Für den Fall das es tatsächlich zum Drill kommt,
hier noch ein Tipp! Die Meerforellen haben teilweise die Angewohnheit wie
verrückt zu springen, sollte man eine solche Forelle erwischen, hilft es meist
die Rutenspitze seitlich unter Wasser zu halten. Seitlich deshalb, weil die
Rute so die Schläge des Fisches abfangen kann und der Fisch nicht voll in die
gestraffte Schnur schlägt.
Der Drill sollte hart und bestimmend geführt
werden (was das Vorfach hergibt), um dem Fisch nicht unnötig viele Chancen zu
bieten abzukommen.
Bei der
Ausrüstung kommt es darauf an, dass sie auf das zum Teil anstrengende und raue
Küstenfischen abgestimmt ist. Neben dem eigentlichen Angelgerät, ist
funktionelles Zubehör und geeignete Bekleidung ebenso wichtig. Auf die Bekleidung und das Zubehör
gehe ich später noch ein.
Um die körperliche Anstrengung in einem erträglichen Maß zu halten, muss das
Gerät so abgestimmt sein, dass es mit einem Maximum an Effizienz aufwartet. Das
Fischen mit Schussköpfen ist somit unumgänglich. Nur so ist gewährleistet,
dass man unter widrigen Umständen mit wenigen Leerwürfen noch vernünftige
Weiten erzielen kann.
Da ich wie gesagt mit Schussköpfen fische, bevorzuge grundsätzlich Ruten mit schneller Aktion in den Klassen 6-7 oder 7-8. Bei allem Augenmerk den ich auf eine schnelle Aktion lege, achte ich ebenso darauf, dass die Ruten ein gefühlvolles Fischen oder Drillen gestatten. Zwischen den beiden Klassen wähle ich je nach Windstärke bzw. Fliegengröße. Wenn es irgendwie möglich ist fische ich mir der leichtere Kombination, denn sie gestattet stundenlanges ermüdungsfreies Fischen.
Bei den Fliegenrollen streiten sich ebenfalls die
Geister, die einen setzen auf "Nobel-Rollen" und die anderen eher auf
solide Modelle, die sich in einer Preisklasse bis 300 DM bewegen. Gegen beide
Rollenkategorien ist nichts einzuwenden, sie müssen nur einige
Leistungsmerkmale erfüllen. Zuerst einmal muss die Rolle die benötigte Schnur
incl. mindestens 100 m Backing aufnehmen können. Die Rolle sollte weiterhin
über ein funktionierendes, einwandfrei arbeitendes Bremssystem verfügen. Es ist
nichts schlimmer als einen guten Fisch durch eine blockierende Rolle zu verlieren.
Da die Rollen beim Küstenfischen häufig mit Salzwasser in Kontakt kommen, ist
es ebenfalls wichtig, dass die Rolle aus rostresistenten Materialen produziert
wurde. Diese Maßnahme entbindet aber nicht von einer gründlichen und peniblen
Rollenpflege. Denn selbst Materialien wie Aluminium werden durch Salzrückstände
früher oder später beschädigt bzw. zerstört. Ein nicht zu verachtender Aspekt
ist auch, wie die Rolle mit dem am Strand vorhandenen Sand zurecht kommt. Eine
kleine Unachtsamkeit kann dazu führen, dass unser gutes Stück mit dem Sand in
Berührung kommt, sollten die Lauflager nun unzureichend gekapselt sein, kann
dieses bis zum blockieren der Rolle führen.
Von Vorteil ist ebenfalls ein möglicht großer Spulenkern. Der größere
Durchmesser des Spulenkerns minimiert das lästige kringeln der Running - Line,
was sich wiederum positiv auf die Wurfweite auswirkt.
Als Fliegenschnur verwende ich eine Kombination
aus Schusskopf und Running - Line. Eine
der Vorbereitungen mit der höchsten Priorität hat die Abstimmung des
Schusskopfes mit der Rute. Hier kann ich nur empfehlen sich von einem Fachmann
beraten zu lassen, der sich mit dem Schusskopfwerfen auskennt. Für alle die nicht die Möglichkeit haben
sich beraten zu lassen oder dieses aus irgend einem Grund nicht wollen, hier
einige Grundlagen die in den meisten Fällen passen.
Der Schusskopf muss eine Klasse höher gewählt werden als die größere bei der
Rute angegebene Schnurklasse. (Beispiel : Rute 6-7 --> Schusskopf Klasse 8).
Jetzt beginnt der schwierige Part, dass zurechtschneiden und somit die
eigentliche Abstimmung des Schusskopfes auf die Rute. Man kann mit der gesamten
Länge des Schusskopfes die ersten Testwürfe machen und wird feststellen, dass
die Rute vermutlich überladen ist. Nun beginnt man den Schusskopf von hinten
her einzukürzen, bis die optimale Länge gefunden ist. Schussköpfe von nur 9 m
Länge sind meiner Meinung nach ungeeignet, da sie für die meisten Ruten zu kurz
sind. Häufig wird sich die Länge bei ca. 9,50 m einpendeln (bei meinen Ruten zumindest).
Als Verbindung zwischen Schusskopf und Running - Line wähle ich eine
Schlaufenverbindung. Es ist Vorteilhaft die Schlaufe an der Running - Line so
groß zu wählen, dass man beim Wechsel eines Kopfes, den aufgewickelten Kopf
einfach durch diese Schlaufe stecken kann.
Ein Wechsel geht so unproblematisch und schnell von der Hand.
Ich führe immer zwei Typen von Schussköpfen für jede Rute bei mir, wobei ich
meistens mit dem schwimmenden Kopf fische. Den zweiten, den Intermediate
Kopf, fische ich nur bei starken Wellengang oder in tiefem Wasser.
Die Vorfächer knüpfe ich mir aus Fluorocarbon - Material selber. Dieses nicht
gerade billige Material hat den entscheidenden Vorteil das es sinkt und ich
somit in den seltensten Fällen mit beschwerten Fliegen fischen muss. Die
Vorfachlänge und den Spitzendurchmesser wähle ich in Abhängigkeit der Witterung
und der Fliegengröße.
Hier meine Faustformel :
- große Fliegen, trübes Wasser, starker Wind kurze Vorfächer (bis zu 2m
lang) mit einer 0,30er Spitze
- kleinere Fliegen, klares Wasser, schwacher Wind --> lange Vorfächer (bis zu
4,50m lang) mit einer 0,25er Spitze
Da das beschriebene Vorfach für die Fische fast unsichtbar ist und sich
stärkeres Material besser streckt, beginne ich
mit 0,45er und verjünge entsprechend auf den gewünschten Durchmesser zur
Spitze hin.
Die Fliegen sind wie in allen Bereichen der
Fliegenfischerei ein Kapitel für sich. Um eben diese kleinen Dinger ranken sich
Mythen, Geschichten und sonstige geheimnisvolle Geschehnisse. Beim Meerforellenfischen
an der Küste, meinen Meinung nach, in 70% der Fälle völlig zu unrecht. In eben
dieser Zeit fressen die Forellen alles was sich im Wasser bewegt und sind wenig
selektiv. Es kann allerdings nicht schaden wenn man einige
Grundregeln bei der Fliegenwahl beachtet. So sollte man bei stark angetrübten
Wasser möglichst große dunkle Fliegen wählen, die für die Fische eine gut
sichtbare Silhouette darstellen. Gleiches gilt übrigens für die Nachtfischerei
im Sommer, nur kann hierbei mit der Mustergröße sparsamer umgegangen werden.
Bei extrem kaltem Wasser, im Winter bzw. im zeitigen Frühjahr, können
Reizfliegen im farbenfrohen Gewand gute Erfolge bringen. Bei heiklen,
selektiven Fischen ist es von Vorteil die Nahrung anzubieten, die die Meerforelle
gerade bevorzugt. Wenn es die Bedingungen irgendwie zulassen fische ich mit
unbeschwerten Fliegen. Sie lassen sich erstens besser werfen und spielen
natürlicher im Wasser.
An der Küste sollte man sich, besonderst zur kälteren Jahreszeit, auf widrige Witterungsbedingungen einstellen. Des weiteren sollte die Kleidung den Bedürfnissen der Watfischerei Rechnung tragen. Die Grundausstattung sollte wie folgt aussehen:
Die Watjacke muss zuerst einmal wasser- und winddicht sein. Qualitativ hochwertigere Jacken sind zusätzlich atmungsaktiv. Eine sehr sinnvolle Eigenschaft, da so gewährleistet ist, dass die vom Körper abgesonderte Feuchtigkeit, z.B. durch längere Märsche, nach außen abgegeben werden kann. Hierdurch wird das unangenehme Nässegefühl auf der Haut verhindert, man fühlt sich so wohler und friert nicht so schnell. Wichtig ist auch, dass sie nicht zu lang geschnitten ist, sonst hängt sie nämlich beim Waten ständig im Wasser. Bewegungsfreiheit, selbst mit einem dicken Pullover, muss gegeben sein. Eine Kapuze gegen Regen- bzw. Schneeschauer ist ebenfalls Pflicht. Grosse Taschen, für Kleinzubehör und Fliegendose, die sich verschlissen lassen sind ebenfalls sehr angenehm.
Ob man sich für eine Wathose mit oder ohne
angesetzte Stiefel entscheidet, bleibt jeden selbst überlassen. Beide Typen
haben Vor- bzw. Nachteile. Nachgenannt sicherlich die beiden gravierernsten.
Die Watstiefel schnüren den Fuß in der Hose relativ fest ein, dadurch hat der
Fuß einen guten Halt und ermöglicht ein sicheres Gehen. Nachteil ist nur, dass
man so leichter kalte Füße bekommt.
Zur guten Meerforellenzeit hat das Wasser häufig keine 10°C, um sich nicht sein
bestes Stück abzufrieren sollte man auf 5 mm Neopren zurückgreifen. Die ganz
neuen Neoprentypen sollen auch bei geringerer Stäke vergleichbar gut isolieren
(hab ich aber noch nicht ausprobiert). Wichtig ist auch das die Hosen möglichst
bis unter die Achseln reichen, damit nicht die kleinste Welle sofort
hineinschwappt.
Die Neopren - Hosen atmen leider nicht so schön wie die guten Watjacken, deshalb ist es wichtig, dass die Hose die man unter der Neopren - Hose trägt Feuchtigkeit aufnehmen kann und trotzdem noch gut wärmt. Fleece ist hier ein idealer Stoff.
In letzter Zeit benutze ich Neopren - Füßlinge über Baumwollsocken zur Verhinderung kalter Füße. Habe damit auch recht gute Erfahrungen gemach. Eine Alternative währen hier sicherlich auch Fleece - Socken.
Handschuhe sind gerade beim Fliegenfischen sehr hinderlich. Meistens fische ich so lange es geht ohne Handschuhe und wärme meine Hände von Zeit zu Zeit wieder auf. Das Optimum habe ich noch nicht gefunden.
Eine sehr sinnvolles Zubehör um größeres Zubehör oder Proviant zu transportieren.
Der Schusskorb ist gerade bei widrigen Verhältnissen, mit einem großen Aufkommen von Seegraß, Tang oder zum Erreichen großer Wurfweiten unverzichtbar. Bisher habe ich es bei allen Geräten vermieden, einen bestimmten Hersteller herauszuheben. Bei der Wahl des Schusskorbes kann ich nur die Plastikwanne von Orvis empfehlen. Bei allen vorherigen Versuchen hat mich entweder das Seegraß, der Tang oder der Schusskorb selbst fast in den Wahnsinn getrieben. Hat man die Running - Line im Wasser gelassen, hat sie sich dort wunderschön mit irgendwelchen Hindernissen vereinigt. Hat man sie in einen herkömmlichen Schusskorb gestrippt, gab es spätestens beim nächsten Wurf einen tollen Knoten. Mit den Orvis - Korb hat das zu 90% ein Ende, da bei diesem Model keine kleineren Wellen von unten in den Korb gelangen und so die Schnurklänge durcheinanderbringen können. Zusätzlich sichern Zapfen im Korb die Lage der Schnurklänge, die sonst durch Erschütterungen durcheinander geraten können. Dieser Korb, oder besser gesagt dieses Prinzip, ist an der Küste ein absolutes muss.
Der Kescher sollte einen möglicht großen Durchmesser und ein tiefes Netz haben. Des weiteren sollte er schwimmfähig sein und aus eine nichtrostendem Material bestehen. Eine Vorrichtung zum Umhängen, die auch als Sicherungsleine fungiert, ist ebenfalls Voraussetzung. Ob man nun ein Holz- oder Aluminiummodel wählt ist Geschmackssache.
Allen Anfängern sei geraten, sich bei eventuellen
Anschaffungen von Geräten und Ausrüstung von einem Profi beraten zu lassen und
nicht von einem Gerätehändler, der sich auf andere Bereiche der
Fliegenfischerei spezialisiert hat. Ich kann diese Aussage nur noch einmal
unterstreichen, da ich selber diese leidvolle und teuere Erfahrung machen
musste.
Empfehlenswert ist es ebenfalls, wenn man sich bei seinen ersten
"Gehversuchen" einem erfahrenen Guide anvertraut.
Gegenüber Anregungen und Kritik bin ich jederzeit aufgeschlossen.
Um allen die Möglichkeit zu bieten Informationen über das Meerforellenfischen auszutauschen, gibt es auf dieser Seite ein Fliegenfischer-Forum. Hier könnt ihr euch nach belieben austauschen.
Andy Krüger